Daniel Küblböck, vom Kinderpfleger zum Entertainer

Wie alles begann

Es klingt eigentlich fast schon wie ein Märchen. Ein knapp 17-jähriger junger Mann aus der niederbayrischen Kleinstadt Eggenfelden wurde über Nacht zum polarisierenden Star der Medienlandschaft.
Am 06. Oktober 2002 nahm der Kinderpflege-Azubi Daniel Küblböck nur so aus Spaß an der RTL-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" teil. Das dies der Schritt in ein neues Leben für ihn sein würde, hätte der junge Mann damals nie gedacht.

Hingegen aller Wettbewerbsvorschriften trat er beim aller ersten Casting mit seiner Gitarre vor die Jury und sang lauthals und ein bisschen "schräg" Proud Mary. Dieser etwas "andere" Bewerber gefiel jedoch der prominent besetzten Jury und sie gaben ihm die Chance, ohne Gitarrenbegleitung noch einmal zu singen.
Auch wenn sie bei weitem nicht konsequent von seinen Qualitäten als Gesangsstar überzeugt waren, so ließen sie ihn dennoch in die nächste Runde kommen. Begleitet von den Worten des Jurymitglieds Dieter Bohlen "Du hast zwar ne Schraube locker, aber irgendwie bist du ein putziges Kerlchen. Du bist ne Runde weiter", sprang Daniel freudestrahlend aus dem Studio. Sie wollten ihn wiedersehen, er konnte es kaum fassen.

Doch durch seine Natürlichkeit, sein herzliches Lachen und seine Freude an der Musik, konnte er sich so von einer Runde in die nächste vorarbeiten und landete schließlich wider Erwarten doch tatsächlich in der Endrunde. Das Publikum hatte ihn schon lange in sein Herz geschlossen. Sie fanden diesen "putzigen Kerl" einfach toll und so schaffte Daniel es mit seiner Version von "Papa don't preach" und dem mittlerweile berühmten "Hallo Jury, ich bin´s!" tatsächlich unter die zehn Finalisten zu kommen.

Daniel arbeitete sich während des ganzen Wettbewerbs immer weiter nach vorn. Die einen fanden ihn einfach nur "süß", "genial" und "talentiert", die anderen konnten sich überhaupt nicht seiner Stimme anfreunden. Auch die Medien stürzten sich auf ihn und es hagelte Lob oder auch starke bis niederschmetternde Kritik sowohl an seiner Person als auch an seiner Sangeskunst. Doch Daniel ließ sich davon nicht beirren und machte weiter. Er übte und arbeitete er "wie ein Terrier" (Dieter Bohlen) und wurde von Show zu Show besser.

Sein Auftritt in der Mottoshow "Big Band", bei dem er sich an Frank Sinatras "My Way" wagte, bleibt unvergesslich. Hier konnte Daniel absolut punkten, er performte den Song hervorragend und als später die Votingzahlen bekannt gegeben wurden, hatte er an diesem Abend die meisten Stimmen der Zuschauer erhalten. Das war übrigens nicht nur dieses eine Mal so. Auch in einigen der anderen Sendungen lag Daniel an erster Stelle.

Letztlich schaffte er es bis ins Halbfinale. Mit zwei grandiosen Auftritten in dieser vorletzten Mottoshow "Filmmusik", setzte er im Blümchenanzug auf den Roy-Orbison-Klassiker "Pretty Woman" und zeigte seine männlich-wilde Seite mit einer rockigen Performance zum Easy-Rider-Soundtrack "Born to be wild".

Die Enttäuschung war demzufolge nicht nur für ihn, sondern auch für seine mittlerweile enorm gestiegene Fangemeinde groß, als er dennoch ausschied und gegen seine Mitstreiter Alexander Klaws und Juliette Schoppmann verlor.

Aber zu diesem Zeitpunkt stand eigentlich schon fest, wer sich zum Superstar der herzen entwickelt hatte: Daniel Küblböck, Kinderpfleger-Azubi aus Eggenfelden. Am 17.02.2003 wurde ihm deshalb sogar die Ehre zuteil, sich in das Goldene Buch der Stadt Eggenfelden einzutragen.

Der Beginn einer Karriere

Daniel begab sich auch anschließend in die Hände von Dieter Bohlen. Mit ihm und den anderen neun Finalisten der Castingshow nahm er bereits im Dezember 2002 den Superhit "We have a dream", vom Album "United" auf. Der Titel kletterte in den Charts raketenartig von 0 auf 1.

Mit seiner ersten eigenen Single: "You drive me crazy" konnte sich der junge Künstler ebenfalls sozusagen über Nacht in die Charts katapultieren und landete mit dem Titel auf Platz 1. Er verdrängte den gewählten Superstar Alexander und hielt sich 7 Wochen in den Top 20 der deutschen Charts.

Damit hatte Deutschland nicht gerechnet. Man dachte eher, der Dritte von "DSDS" würde alsbald wieder in der Versenkung verschwinden und böse Zungen forderten sogar, er solle doch lieber wieder Kinder hüten. Aber Daniel ließ sich davon nicht beirren.

Um seinen Fans, die ihn so treu durch die DSDS-Zeit begleitet hatten, eine Freude zu machen und um auch sich selber seinen Traum zu erfüllen, startete Daniel im April 2003 seine "Dankeschön-Tour". Mit drei Konzerten in den niederbayrischen Städten Eggenfelden, Passau und Straubing konnte sich Daniel vor jeweils ca. 1200 Besuchern als Entertainer in einer zweistündigen Show beweisen. Seine Fans, die teils von weither angereist waren, jubelten ihm zu. Diese Tour war nur dank der Hilfe von Werner und Oliver Foster von der Konzertagentur COFO Passau möglich, die auf Daniel aufmerksam geworden waren.

Der junge Nachwuchskünstler spaltete offenbar aber auch immer mehr die Nation, was nicht nur von seinem ganz eigenen Kleidungsstil her rührte. Daniel trug gern pink und orange, knallige Farben, oft bunt gemischt. Und seine Fans eiferten ihm in vielem nach. Die zweite Single "Heartbeat" erschien am 19.05.2003 und konnte sich einen 2.Platz in den deutschen Single Charts erobern. Fünf Wochen hielt sich der Song in den Top 20.

Vom Kinderpfleger zum Entertainer Teil 2